Konflikte am Arbeitsplatz – Mediation als Klärungshilfe bzw. Verfahren zur Konfliktlösung

Was ist „Mediation“ und wie geht das? Diese Frage wird mir häufig gestellt und hier teile ich meine Ansicht und meine Haltung dazu:

Mediation ist ein partnerschaftliches Konfliktlösungsverfahren und größtenteils zukunftsorientiert und lösungsfokussiert. Mediatoren unterstützen die Beteiligten dabei, in die Zukunft zu schauen um neue Wege des Umgangs miteinander zu ermöglichen.

Ein Blick in die Vergangenheit, um zu verstehen wie der Konflikt entstanden ist, ist hilfreich, jedoch lässt sich die Vergangenheit nicht ändern, was wir beeinflussen können ist die Gegenwart und unser Miteinander in der Zukunft.

Hauptursachen für Konflikte am Arbeitsplatz sind häufig mangelnde Kommunikation, Interessenkonflikte und persönliche Reibereien. Zeitdruck führt häufig zu knapper Kommunikation und knappe Kommunikation führt leicht zu Missverständnissen, zu Informationslücken und dadurch zu unklaren Erwartungen. Interessenkonflikte entstehen, wenn es innerhalb eines Teams unterschiedliche Ziele oder unterschiedliche Prioritäten gibt. Wenn unterschiedliche Persönlichkeiten in einem Team arbeiten kann das enorm hilfreich sein, jedoch können unterschiedliche Persönlichkeiten, Arbeitsstile und Werte enormes Konfliktpotential bergen.

Obwohl es manchmal heißt, dass Konflikte zur persönlichen Weiterentwicklung beitragen und positive Energie und Reibung mit sich bringen, so bringen sie für die Beteiligten in der Regel Leid mit sich und machen das Zusammenleben von Menschen schwieriger. Spätestens wenn die Vorfreude auf einen bevorstehenden Urlaub „überwältigend“ erscheint (wohlgemerkt: nicht die Vorfreude auf den eigenen Urlaub) ist in der Regel so viel Sand im Getriebe, dass dieses gereinigt werden muss um nicht das gesamte Team und die Zusammenarbeit in eine Schieflage zu bringen.

Wie laufen Konflikte in der Regel ab?

Konflikte am Arbeitsplatz zeigen sich auf vielfältige Art: Da brüllen sich zwei Kollegen scheinbar wegen Kleinigkeiten an. Ein Teammitglied beschwert sich, dass es immer zuletzt informiert wird. Oder eine zuvor engagierte Mitarbeiterin trägt plötzlich in Besprechungen nichts mehr bei. Oft zündet der Hinweis „Jetzt sei doch mal wieder sachlich“ die nächste Stufe der Konfliktrakete … denn die Emotionalität ist ein Wesensmerkmal des Konfliktes, die nicht durch einen Appell wegzunehmen ist.

Je eskalierter ein Konflikt desto schwieriger wird es für die Beteiligten aufeinander zuzugehen und selbst nach gemeinsamen Lösungen zu suchen – die Suche kann lange dauern und führt oft in eine Sackgasse.

Als neutrale Konfliktberaterin / Mediatorin unterstütze ich Konfliktparteien dabei ihre Anliegen zu „sortieren“ und einander wieder in die Augen schauen zu können – um zu einem Miteinander zu kommen ohne dass eine der Parteien Gesicht verliert.

Wieviel Zeit erfordert ein Mediationsverfahren?

In Einzelfällen genügt eine Sitzung – mit in der Regel vorgeschalteten Einzelgesprächen mit den Konfliktparteien – um zu einer allparteilichen Lösung zu kommen, häufig braucht es mehrere Sitzungen um einen Konflikt aufzuarbeiten.

Oft ist es hilfreich, wenn alle Beteiligten vor dem ersten gemeinsamen Termin mittels eines (vertraulichen) Fragebogens die Möglichkeit haben ihre persönliche Sicht der Dinge / Konfliktfelder / Interessen zu Papier zu bringen – dies hilft dem Mediator das Themenspektrum zu erfassen und es unterstützt die Konfliktparteien dabei selbst zu mehr Klarheit zu kommen und um selbst das Anliegen besser greifen zu können.

Ihnen gehen Fragen hierzu durch den Kopf oder Sie suchen Unterstützung in einem aktuellen Konflikt? Kontaktieren Sie mich gerne.

Ihre, Ingrid Gartner-Steffen

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